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  • Simon Rageth

Mein Votum zur Strategie digitale Verwaltung Graubünden

Die Digitalisierung muss rasch und konsequent vorangetrieben werden. Mit einem digitalen Graubünden wird es noch attraktiver sein, in unserer peripheren Region zu leben. Oder negativer formuliert: Nur so können wir überhaupt mittel- und langfristig mit dem Rest der Schweiz im Hinblick auf die Standortattraktivität mithalten. Denn die Distanzen sind hier gross und digitale Dienstleistungen helfen diese Distanzen zu überwinden, und sie helfen, dass wir effizienter werden. Entsprechend ist das Ambitionsniveau Transformation wünschenswert. Klar ist, wir müssen grosse Acht darauflegen, dass damit die Maschinerie nicht überlastet wird, doch gibt es eben mit dem Stammdatenmanagement wichtige Elemente im Ambitionsniveau Transformation – wie von Grossrat Koch hervorgebracht – welche wir eben umsetzen müssen. Das sehe ich genau gleich. Wir müssen hin auf eine Transformation arbeiten. Ich möchte auf zwei Punkte der Strategie eingehen:


Erstens, die Mitarbeitenden. Unabhängig davon, welches Ambitionsniveau wir anstreben, gibt es aus meiner Sicht einen ganz wichtigen Schlüssel: Das sind die bestehenden Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung. Nur wenn die Mitarbeitenden selbst mitziehen und diese auch mitgezogen werden, nur dann wird es uns gelingen, die Digitalisierung voranzutreiben. Entsprechend ist es sehr wichtig, dass die Mitarbeitenden befähigt werden, diesen Weg der digitalen Transformation auch zu beschreiten. Es wird schwierig, wenn wir mit neuen externen ITlern etwas aufbauen, die Verwaltung damit aber abhängen. Diesem Aspekt wird in der vorliegenden Strategie noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das strategische Ziel 7 finde ich sehr wichtig, es lautet: "Befähigung der Dienststellen und verbindlicher Ausbau des digitalen Angebots - Die Dienststellen definieren verbindliche Ziele und verfügen über die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen zur digitalen Transformation" – Dieses Ziel ist ganz wichtig. Jedoch bin ich etwas ernüchtert, wenn ich die Massnahmen dazu (Seite 194) lese. Es werden zwar Digitalisierungsverantwortliche je Departement installiert, das ist wahrscheinlich gut. Aus meiner Sicht müsste man hier aber noch mehr machen, und grössere Ausbildungsprogramme über die meisten Mitarbeitenden rattern lassen. Ausbildungsprogramme, welche digitale Skills und agiles Arbeiten lehren, Verständnis für die digitale Transformation schaffen, digitale Kompetenzen identifizieren, und so weiter. Eine Ausbildungsoffensive quasi. In der Führungsentwicklung ist dies vorgesehen, wie wir in den Massnahmen zum strategischen Ziel 12 lesen können, doch ich meine diese Personalentwicklungsmassnahme muss breiter angesetzt werden.


Die Mitarbeitenden müssen fit dafür sein, diesen Weg der digitalen Transformation zu beschreiten und auch beschreiten zu wollen. Und wenn die bestehenden Mitarbeitenden in diese neuen Rollen hineinwachsen, wird es uns auch helfen, die eine oder andere der beantragten Vollzeitstellen intern zu besetzen.


Es besteht folgende Gefahr: Wenn wir knapp 50 oder knapp 60 neue Personen ins System werfen und diese Personen müssen eine Veränderung herbeiführen, dann sehe ich die Gefahr, dass sie nicht akzeptiert werden in der Verwaltung. Plakativ: wir haben alt-eingesessene Verwalter und jetzt kommen die Neuen, die alles ändern möchten. Plakativ wohlgemerkt. Die bestehenden Mitarbeitenden haben das beste Wissen über die bestehenden Prozesse, über juristische Finessen etc... Die neuen Mitarbeitenden, das sind Digitalisierungsexperten. Dieser Gap muss möglichst klein gehalten werden. Und ich wiederhole mich: Eine Ausbildungsoffensive bei den bestehenden Mitarbeitenden wird uns stark helfen, den Weg der digitalen Transformation zu bestreiten und diesen Gap klein zu halten.


Deshalb nochmals meine dringliche Bitte an die Regierung: Vergessen sie nicht die Mitarbeitenden, befähigen sie die Mitarbeitenden, schulen sie diese und nehmen sie die Mitarbeitenden auf die Reise mit. Denn es sind schlussendlich die Mitarbeitenden, welche die Digitalisierung in der kantonalen Verwaltung tragen werden.


Zweitens, möchte ich auf die Vision zu sprechen kommen. Die Vision einer Strategie ist ein Leuchtturm, auf welchen man hinarbeitet. Ob man den Leuchtturm jemals erreicht, sei dahingestellt. Man marschiert aber auf dieses Licht des Turmes zu. Wenn ich im ersten Grundsatz der Vision nun aber den Satz „Die analogen Kanäle bleiben weiterhin geöffnet“ lese, in der Vision, dann stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich weiss wieso dieser Satz drinsteht, und der Gedanke dahinter ist auch gut und wichtig. Neben den Mitarbeitenden darf auch die Bevölkerung nicht abgehängt werden, das ist klar. Ich finde es aber falsch, wenn dieser Satz in einer Vision einer Strategie zur digitalen Verwaltung steht. Dieser Satz gehört aus meiner Sicht aus der Vision gestrichen. Unsere Vision sollte doch sein, dass alle kantonalen Prozesse digital sind und die gesamte Bevölkerung diese digitalen Prozesse auch versteht, oder nicht?


Die GLP-Fraktion möchte grossmehrheitlich ein Ambitionsniveau Transformation.


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