Mein Votum zum Fraktionsauftrag betreffend Bargeld
- Simon Rageth
- 28. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Ich verstehe die Ängste und Einschränkungen, welche hinter diesem Vorstoss stecken. Auch in meinem Umfeld gibt es Menschen, die lieber mit Bargeld bezahlen oder solche, die den öV meiden, weil vor Ort keine Bargeldmöglichkeit besteht. Wir als Gesellschaft müssen aber lernen loszulassen, uns weiterzuentwickeln, uns zu transformieren. Digitales Bezahlen ist heute Standard, immer weniger Menschen wollen bar bezahlen.
Vor knapp drei Jahren haben wir in diesem Rat die Strategie digitale Verwaltung debattiert. Wir haben 35 Millionen Schweizer Franken und 45 Vollzeitstellen für die Digitalisierung in der Verwaltung genehmigt. Die GLP hat sich damals zusammen mit einer anderen Fraktion sogar für eine stärkere Digitalisierung eingesetzt und das höhere Ambitionsniveau “Transformation” gefordert. Der Antrag kam aber nicht durch. Es ist klar, es ging da nicht explizit um Bargeld oder nicht, der Grosse Rat hat aber ein starkes Zeichen für Digitalisierung in der Verwaltung gesetzt. Wenn nun auch als Folge dieses Digitalisierungsschubes digitale Zahlungsmittel überhand gewinnen, dürfen wir jetzt doch nicht das Opfer spielen und überrascht sein, wenn digitale Zahlungsmittel das Bargeld verdrängen. Wir dürfen nicht krampfhaft alte Strukturen erhalten, wenn sie immer weniger genutzt werden. Das Leben geht weiter, wir müssen uns weiterentwickeln, uns transformieren und das ist gut so.
Smartphone-Verweigerer vermissen vielleicht heute noch die Telefonkabinen, die überall aufgestellt waren. Die meisten Menschen haben diese aber bereits vergessen und meine Kinder können sich unter dem Begriff Telefonkabine gar nichts mehr vorstellen. In Dänemark wurden kürzlich die öffentlichen Briefkästen entfernt, einige Menschen schmerzt dies, die meisten aber nicht.
Es kostet viel Geld, wenn wir in Bargeldinfrastruktur und Infrastruktur für digitale Bezahlmittel, welche in der Regel sogar noch günstiger sind, investieren und diese unterhalten müssen. Ich persönlich habe keine Lust, dass der Kanton diese Kosten tragen soll. Bargeld soll selbstverständlich weiterhin angenommen werden, wenn dafür keine teure Infrastruktur erstellt werden muss, wenn Sicherheit und betriebliche Abläufe nicht gestört werden. Wenn dies nicht gewährleistet ist, dürfen wir uns der Zukunft nicht verwehren und müssen uns transformieren, so wie wir es die GLP-Fraktion bereits 2023 gefordert hat.

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